Der Finanzsektor im Wandel: Herausforderungen und Lösungen im Fokus

In unserem Sommer-Interview mit Daniel Ottenberg, Managing Partner bei Convista und verantwortlich für den Bereich Finance, diskutieren wir die aktuellen Herausforderungen im Finanzwesen, die Anforderungen des ESG-Reportings, den bevorstehenden Übergang zu S/4HANA und die neuesten Entwicklungen im Bereich der SAP-Cloud-Strategien.

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Finance & Compliance, Migration, S/4HANA, SAP, Video

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Der Finanzsektor im Wandel: Herausforderungen und Lösungen im Fokus

Das Convista Sommer-Interview: Geschäftsbereich Finance mit Daniel Ottenberg

im Gespräch mit Thomas Iskra

Convista Sommer-Interview #2 Der Finanzsektor im Wandel: Herausforderungen und Lösungen im Fokus

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Heute zu den Sommerinterviews habe ich Daniel Ottenberg neben mir sitzen. Daniel ist Managing Partner bei der Convista und mit anderen verantwortlich für unseren Bereich Finance.

Hallo Thomas.

Daniel, Unternehmen sehen sich heutzutage mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören unter anderem die sich ständig verändernden Märkte, das Auftreten neuer Wettbewerber sowie neue Anforderungen, die an sie gestellt werden. Doch welche spezifischen Herausforderungen ergeben sich im Bereich Finance?

Unsere Arbeitsgruppe, bestehend aus meinen Kollegen und mir, fokussiert sich auf die Bewältigung dieser Herausforderungen im Finance-Ressort. Hierbei treffen wir auf vielfältige Anforderungen, die je nach Branche variieren können. Unsere Kunden stammen aus verschiedenen Sektoren, darunter Versicherungs- und Industrieunternehmen. Dennoch gibt es einige übergeordnete Themen, die in diesem Kontext allgemein genannt werden können. Dazu zählen nach wie vor die Aspekte Digitalisierung und Automatisierung im Bereich der Finanzwesen. Ein weiteres bedeutsames Thema ist die Liquidität. Ebenso gewinnen Nachhaltigkeitsaspekte, wie beispielsweise das ESG (Environmental, Social, Governance) und das damit verbundene Nachhaltigkeitsreporting, im Finance-Bereich zunehmend an Bedeutung.

Um sicherzustellen, dass Unternehmen nicht von null beginnen müssen, gibt es Unternehmen wie Convista und Experten wie Convista, die Unternehmen mit bewährten Verfahrensweisen unterstützen können.

Ja, das ist in der Tat ein langer Weg. Normalerweise startet man mit einer Wesentlichkeitsanalyse, um herauszufinden, welche Kennzahlen tatsächlich relevant sind. Welche Informationen müssen gemeldet werden, wo sind Maßnahmen erforderlich? Dann geht es darum, herauszufinden, wie man diese Kennzahlen beschaffen kann. Zum Beispiel, wie erfasst man den Stromverbrauch? Wie automatisiert man diesen Prozess, da das Reporting regelmäßig erfolgen muss? Wie stellt man sicher, dass man dies in Zukunft immer wieder erstellen kann und wie erfolgt die Meldung an die Behörden? Von der Wesentlichkeitsanalyse bis zur technischen Umsetzung können wir Unternehmen gerne unterstützen und beraten. Wir arbeiten bereits mit verschiedenen Unternehmen zusammen und sammeln Erfahrungen darüber, wie man effizient vorankommt und die gesteckten Ziele erreichen kann.

Es bleibt also nicht mehr viel Zeit.

Das stimmt. Du hast es bereits erwähnt: Bis 2025 muss ein ESG-Bericht erstellt werden. Dabei gibt es die zusätzliche Herausforderung, dass in bestimmten Branchen die branchenspezifischen Kennzahlen, die gemeldet werden müssen, noch nicht endgültig definiert oder veröffentlicht sind. Sowohl Unternehmen als auch wir bei Convista haben also noch viel Arbeit vor uns. Übrigens, auch Convista muss ein ESG-Reporting erstellen, daher steht dieses Thema auch bei uns auf der Agenda.

Eine weitere wichtige Jahreszahl, die derzeit über den meisten Unternehmen wie ein Damoklesschwert schwebt, ist das Jahr 2027 in Verbindung mit S/4HANA.

Genau, bis Ende 2027 hat die SAP die Wartung für ihr ERP-System eingestellt und verlangt von den Unternehmen, auf die Nachfolgeversion S/4HANA umzusteigen. Hierbei gibt es bereits einige Unternehmen, die diesen Weg eingeschlagen haben oder die Migration bereits abgeschlossen haben. Doch es gibt auch noch viele Unternehmen, die vor dieser Aufgabe stehen und Maßnahmen ergreifen müssen.

Es ist wichtig zu beachten, dass es nach wie vor branchenspezifische Software von SAP gibt, die noch nicht vollständig mit S/4HANA kompatibel ist oder in der S/4HANA-Version verfügbar ist. Es gibt immer wieder Aktualisierungen und Entwicklungen in diesem Bereich. Daher gibt es noch viel Arbeit für einige Unternehmen, die ihre Systeme anpassen müssen.

Darüber hinaus müssen Unternehmen bestimmte Komponenten in Betracht ziehen. Zum Beispiel gibt es im Bereich der Konsolidierung das ECCS, das je nach Situation ab 2025 möglicherweise nicht mehr auf einer HANA-Plattform unterstützt wird. Es ist also entscheidend, genau zu prüfen, welche Softwarekomponenten im Einsatz sind und welche Fristen für die Migration gelten.

Das Stichwort „Reingucken“ ist hier sehr passend. Wenn ein Unternehmen sich an Convista wendet und sagt, dass es sein System bald auf S/4HANA umstellen möchte oder muss, stellen sich einige wichtige Fragen.

Meine grundlegende Empfehlung für jedes Unternehmen ist, mit einer Vorstudie oder einem Vorprojekt zu beginnen, wie immer man es nennen möchte. Dabei ist es aus meiner Sicht entscheidend, zunächst ein Zielbild zu definieren. Wie soll das System unter S/4HANA in der Zukunft aussehen? Welche Komponenten und Module sind erforderlich? Wie sollen sie miteinander interagieren? Eine weitere wichtige Frage betrifft das Betriebsmodell: Handelt es sich um ein On-Premise-System oder wird es in der Cloud betrieben? Während der S/4HANA-Umstellung sollten auch Überlegungen zu fachlichen Optimierungsbedarfen angestellt werden. Diese Umstellung geht weit über einen einfachen Versionswechsel hinaus, und es bietet sich die Chance, das System neu zu überdenken und gegebenenfalls neu zu gestalten.

Dennoch gibt es bei vielen unserer Kunden, die bereits auf diesem Weg sind, das Konzept des „Brownfield“, bei dem das bestehende System nicht komplett umgekrempelt wird. Das ist durchaus eine valide Vorgehensweise, aber es ist wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Eine Vorstudie ermöglicht es, Ziele zu entwickeln. Auf Basis dieses Zielbildes kann dann eine Roadmap erstellt werden, die zeigt, wie der Weg zur Implementierung von S/4HANA in kleinen, gut handhabbaren Schritten beschritten werden kann. Dabei sollte stets der Nutzen im Fokus stehen. Welche Vorteile ergeben sich aus der Umstellung auf diese neue Softwareversion? Es gibt neue Möglichkeiten für Benutzeroberflächen und Auswertungen, die einen Mehrwert für das Unternehmen und seine Kunden schaffen können. Daher sollte man sich auch damit auseinandersetzen und seine Strategie danach ausrichten.

Die Aufgabe der Berater besteht darin, gemeinsam mit dem Kunden die beste Vorgehensweise zu überlegen und ihm den hoffentlich richtigen Weg aufzuzeigen.

In meiner Sichtweise bei einer Vorstudie handelt es sich immer um eine Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und den Beratern. Wir benötigen die Einblicke aus Kundensicht, um herauszufinden, wo aktuelle Schwierigkeiten und Optimierungspotenziale liegen, die kundenspezifisch sind. Was wir jedoch einbringen können, sind Informationen zu den Innovationen, die von SAP angeboten werden, und Impulse dazu, wie man das System unter S/4HANA anders betrachten und Prozesse anders gestalten kann als heute. Wir glauben, dass Beratung hierbei wertvolle Impulse liefern kann und vielleicht auch das Interesse für neue Ansätze wecken kann.

Da wir bei vielen Kunden tätig sind, haben wir Einblicke in verschiedene Kundenerfahrungen, die uns dabei helfen, ansprechende Lösungen für unsere Kunden zu finden. Zudem beschäftigen wir uns intensiv mit den neuen Themen und Produkten, die von SAP auf den Markt gebracht werden, wie beispielsweise die SAP Analytics Cloud (SAC), und überlegen, welche Möglichkeiten und Mehrwert diese bieten können. Wir sind überzeugt, dass wir als Beratungsunternehmen hier wertvolle Impulse setzen können.

Das Stichwort „neue Themen“ ist in der Tat passend, insbesondere wenn es um die Cloud, SAP und die Entwicklung in diesem Bereich geht.

Es ist deutlich zu erkennen, dass viele Kunden eine Cloud-Strategie verfolgen und Cloud-Produkte sowie Cloud-Lösungen in Betracht ziehen. Es ist jedoch wichtig zu unterscheiden, was es in diesem Bereich alles gibt. Es gibt zum einen das traditionelle On-Premise-System, dann die Möglichkeit einer Private Cloud und schließlich die Public Cloud. In Bezug auf ERP-Systeme und basierend auf meinen eigenen Erfahrungen mit Kunden muss ich sagen, dass Kunden in Bezug auf die Verlagerung ihres ERP-Systems in die Public Cloud noch zögerlich sind. In der Public Cloud gibt es gewisse Einschränkungen in Bezug auf die Anpassbarkeit des Systems. Daher greifen viele eher zur Variante der Private Cloud. Dennoch gibt es auch Kunden, die ihr ERP-System weiterhin On-Premise betreiben möchten, aus verschiedenen Gründen wie Datenschutzbedenken oder bereits getätigten Hardware-Investitionen. Es gibt viele verschiedene Gründe für diese Entscheidungen.

Was jedoch auffällt, ist, dass SAP und auch andere Anbieter viele Public Cloud-Produkte anbieten, die als Ergänzung für das bestehende System dienen können. Hierbei können Produkte wie die SAP Analytics Cloud (SAC), Concur für das Reisekostenmanagement oder Ariba für den Einkaufsbereich genannt werden. Es scheint einen Trend hin zu dieser Herangehensweise zu geben, bei der Cloud-Lösungen schrittweise in das bestehende System integriert werden. Die Idee besteht darin, nicht sofort vollständig in die Cloud zu wechseln, sondern schrittweise und stufenweise vorzugehen. Dies kann eine gute Einstiegsstrategie sein, bei der man zunächst klein anfängt, Erfahrungen sammelt und das Hauptsystem vorerst weiterhin On-Premise betreibt. Dabei wird jedoch ein Pfad in Richtung Cloud entwickelt. Es ist deutlich spürbar, dass die Strategien in den IT-Abteilungen verstärkt in Richtung Cloud gehen.

 Ja, der Weg in die Cloud ist vielfältig. Der Weg zu Daniel Ottenberg ist einfach. Sie finden auf unsere Webseite ein Kontaktformular, wo sie direkt Daniel Ottenberg kontaktieren können und ihn rund um Fragen, Finance und Cloud kontaktieren können. Danke Daniel.

Vielen Dank, Thomas.

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