Was ist WalkMe SAP und wofür wird es genutzt?
WalkMe bezeichnet in der Regel die Digital Adoption Platform (DAP) von SAP, die Nutzerinnen und Nutzer direkt in Anwendungen unterstützt. Ähnlich wie ein Navigationsgerät im Straßenverkehr werden Hilfestellungen direkt in der Anwendung bereitgestellt. So hilft WalkMe dabei, Prozesse verständlicher zu machen, Fehler zu reduzieren und die Einführung neuer Software zu begleiten. Im SAP-Umfeld spielt die Plattform vor allem bei komplexen Geschäftsanwendungen eine Rolle. Davon abzugrenzen ist WalkMe Learning Arc, das stärker auf digitales Lernen ausgerichtet ist. Gewinnen Sie einen Überblick über WalkMe, seine Anwendung im SAP‑Umfeld und praktische Hinweise für die Einführung.
WalkMe von SAP
WalkMe ist eine Digital Adoption Platform (DAP). Die Software legt sich über bestehende Anwendungen und unterstützt Nutzende direkt im Arbeitskontext mit In-App-Hinweisen, geführten Abläufen, Automatisierungen und Nutzungsanalysen.
SAP hat WalkMe im September 2024 übernommen. Seitdem wird die Lösung im SAP-Umfeld als Werkzeug für digitale Adoption, Nutzerführung und die beschleunigte Einführung von Anwendungen positioniert. Dabei sollte sauber zwischen der eigentlichen DAP und Learning Arc unterschieden werden: Die DAP dient der Führung direkt in Anwendungen, während Learning Arc stärker auf digitales Lernen und strukturierte Lerninhalte ausgerichtet ist und damit näher an klassischen Lern- und Enablement-Szenarien liegt.
Definition & Einordnung : Was ist WalkMe?
Die Plattform dient der digitalen Nutzerführung. Ihr Ziel ist es, Anwendende bei der Nutzung von Software direkt in der Oberfläche zu unterstützen, statt Hilfe nur in separaten Schulungsunterlagen, Handbüchern oder Trainings bereitzustellen. Der Hersteller beschreibt WalkMe als Overlay über Anwendungen, das erkennt, wo Workflows stocken, und darauf mit personalisierter Führung, Unterstützung und Automatisierung reagiert.
Eine DAP soll dafür sorgen, dass neue oder komplexere Software nicht nur technisch eingeführt, sondern im Alltag von den Nutzenden verstanden und korrekt genutzt wird. Durch kontextbezogene Hilfestellungen in Formularen und Prozessen wird das Onboarding neuer Nutzerinnen und Nutzer beschleunigt und Fehler werden reduziert. WalkMe beschleunigt Onboarding-Prozesse, unterstützt das Change Management und erhöht die Nutzerakzeptanz. Begleitet von Prozessanalysen werden datenbasierte Unterstützungen am „Point of Need“ bereitgestellt.
Zu den Kernfunktionen der DAP gehören:
- geführte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie etwa Smart Walk-Thrus
- kontextbezogene Hinweise sowie Validierung von Eingaben
- Pop-ups, als Hinweise oder Ankündigungen bei Änderungen
- Automatisierung von einzelnen Nutzeraktionen und Routineabläufen
- Nutzungsanalysen, Reports und Dashboards zur Identifikation von Reibungspunkten
- zielgruppenspezifische Ausspielung der Inhalte, u. a. Rollen- und Aufgabenbezogen, zur Unterstützung im Arbeitsfluss
Die Lösung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Unternehmen viele Änderungen gleichzeitig umsetzen, neue SAP-Anwendungen ausrollen oder komplexe Prozesse in kurzer Zeit stabilisieren müssen. Typische Auslöser sind S/4HANA-Transformationen, neue Self-Services in HR, veränderte Beschaffungsprozesse, hohe Supportlast, schlechte Datenqualität oder die geringe Nutzung bestimmter Funktionen.
Häufig starten Unternehmen die Nutzung von WalkMe mit einer ausgewählten Applikation und erweitern dies sukzessive um weitere Systeme.
Klassische Schulungen vermitteln Wissen meist vor oder außerhalb der eigentlichen Arbeitssituation. WalkMe setzt dagegen im Moment der Nutzung an. Die DAP unterstützt Anwender:innen direkt beim Ausführen eines Prozesses, etwa bei Dateneingaben, Genehmigungen oder Self-Services. Das ersetzt Schulungen nicht vollständig, verschiebt aber Teile der Befähigung in den Arbeitskontext.
WalkMe DAP ist die Plattform für In-App Guidance, Automatisierung und Nutzungsanalysen. In Abgrenzung zu WalkMe DAP ist WalkMe Learning Arc die Lösung, mit der SAP die bisherigen digitalen Lernfunktionen aus SAP Enable Now weiterentwickelt hat. WalkMe Learning Arc ist das Produkt zur Erstellung von digitalen Lerninhalten und greift Funktionalitäten aus SAP Enable Now auf, wie z. B. Systemsimulationen und Web-based Trainings. WalkMe DAP und WalkMe Learning Arc sind zwei unabhängige Produkte der SAP, die jedoch ideal zusammen eingesetzt und miteinander verknüpft werden können, um eine ganzheitliche Lernerfahrung zu schaffen.
Wie ist WalkMe Teil von SAP?
Mit „WalkMe von SAP“ oder „SAP WalkMe“ ist die DAP als SAP-Lösung gemeint, seit SAP das Unternehmen 2024 übernommen hat. Seither wird das Produkt als wichtiger Baustein für Business Transformation, User Adoption und die Nutzung von SAP- wie auch Non-SAP-Anwendungen positioniert.
Im SAP-Umfeld wird die Lösung inzwischen in mehreren Produktlinien genannt. Einsatzfelder finden sich unter anderem in SAP SuccessFactors, SAP S/4HANA, SAP Ariba, SAP Concur und Teilen des SAP-CX-Portfolios. Damit ist das Produkt nicht nur ein Zusatztool für einzelne Schulungsszenarien, sondern ein Instrument zur Nutzerführung in verschiedenen Geschäftsprozessen.
„Embedded“ bedeutet im SAP-Kontext, dass Funktionen der Plattform bereits in einer SAP-Anwendung vorhanden oder integriert sind. Für Nutzende bedeutet embedded zumeist, dass erste vordefinierte Hilfen direkt in der Anwendung verfügbar sind; für tiefergehende und individuell an die Prozesse angepasste Adoption-Szenarien ist eine WalkMe DAP Lizenz relevant.
DAP + SAP-Anwendungen: typische Nutzungsbeispiele
Je nach SAP-Anwendung unterstützt die Plattform unterschiedliche Prozesse, Nutzergruppen und Anforderungen direkt im Arbeitskontext.
SAP S/4HANAProzessführung im ERP | In SAP S/4HANA wird die Lösung vor allem mit geführten Abläufen, Onboarding, schnellerer Einarbeitung und weniger Reibung im täglichen Arbeiten verbunden. Smart WalkThroughs, Hinweise und Automatisierungsfunktionen sollen komplexe ERP-Prozesse zugänglicher machen. Typische Anwendungsfälle sind deshalb stark standardisierte ERP-Abläufe, in denen Fehler, Rückfragen und Prozessabbrüche reduziert werden sollen. |
SAP SuccessFactorsHR Self-Services & Datenqualität | Für SAP SuccessFactors positioniert SAP das Produkt als Hilfsmittel für schnellere Einarbeitung, höhere Produktivität und geringere Betriebskosten. Hervorgehoben werden Nutzeranalysen, kontextbezogene Hilfe, personalisierte Guidance und Aufgabenautomatisierung. In der Praxis passt das besonders gut zu HR-Self-Services, Stammdatenpflege, Onboarding, Manager-Workflows oder administrativen HCM-Prozessen, in denen gute Datenqualität und geringe Fehlerquoten wichtig sind. |
SAP AribaBeschaffung & Compliance | Für SAP Ariba beschreibt SAP WalkMe als Hilfestellung für geführte Abläufe, Automatisierung und Einblicke in die tatsächliche Nutzung. Das ist vor allem in Beschaffungs- und Lieferantenprozessen relevant, in denen Richtlinien, Compliance-Vorgaben und prozesssichere Dateneingabe eine große Rolle spielen. SAP hat 2025 zudem eine Premium-Variante für SAP Ariba angekündigt und die Lösung ausdrücklich mit geringerem Einführungsaufwand und höherem Geschäftswert verbunden. |
SAP ConcurReisekosten / Travel & Policy | Auch in SAP Concur ist die Plattform verankert. In der Hilfedokumentation wird zwischen einer SAP-Concur-verwalteten Version und einer kundenverwalteten Version unterschieden. Nutzer:innen greifen dort über Hilfefunktionen auf Guided Help zu. Besonders geeignet ist das für Travel- und Expense-Szenarien, in denen Richtlinien, Buchungslogiken, Belegerfassung oder Genehmigungsprozesse für Endanwender verständlich und regelkonform ablaufen sollen. |
Nutzen: Welche Vorteile bringt die DAP in SAP-Projekten?
Die DAP kann in SAP-Projekten dazu beitragen, die Nutzung neuer Anwendungen schneller zu stabilisieren und typische Hürden im Arbeitsalltag gezielt zu reduzieren. Der Nutzen zeigt sich dabei nicht nur im subjektiven Nutzererlebnis, sondern oft auch in messbaren Kennzahlen, die für Einführung, Betrieb und Optimierung relevant sind.
Das sind einige der wichtigen Vorteile der Lösung:
- schnellere Einarbeitung und höhere Akzeptanz
- weniger Fehler und bessere Datenqualität
- geringerer Support- und Schulungsaufwand
- höhere Prozesssicherheit und mehr Compliance
- schnellere Bearbeitung von Aufgaben und Workflows
- bessere Transparenz über Nutzung und Optimierungspotenziale
Wie funktioniert die Plattform?
Technisch betrachtet legt sich die DAP mithilfe einer Browser Extention unsichtbar über bestehende Anwendungen und unterstützt Nutzende direkt innerhalb der Oberfläche mit Hilfestellungen und Automatisierungen.
Bausteine: Guidance, Automation/Assistenz, Insights
Technisch lässt sich die Lösung grob in drei Funktionsblöcke einteilen. Guidance umfasst die sichtbare Nutzerführung in der Anwendung, also Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Hinweise und eingebettete Hilfen. Automation/Assistenz unterstützt beim Ausführen oder Vereinfachen einzelner Aktionen. Insights liefert Auswertungen darüber, wie Inhalte genutzt werden, wo Prozesse stocken und an welchen Stellen Optimierungspotenzial besteht.
Rollen & Verantwortlichkeiten
Für den Betrieb der Plattform sind meist mehrere Rollen beteiligt: Fachbereiche definieren kritische Prozesse und Zielgruppen, IT oder Plattformverantwortliche klären technische Voraussetzungen, Autorinnen / Autoren oder Builder erstellen Inhalte, und Projekt- oder Change-Teams priorisieren Anwendungsfälle und Erfolgsmessung. SAP verweist zudem auf Admin-Center-, System- und Konfigurationsschritte, was zeigt, dass die Lösung zwar no-code-orientiert ist, aber dennoch organisatorisch gesteuert werden muss.
Einführung in 5 Schritten (Checkliste)
Für die Einführung der DAP empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen, bei dem zunächst besonders relevante Prozesse und typische Nutzungshürden im Mittelpunkt stehen:
- Schritt 1: Kritische Geschäftsprozesse und Zielgruppen priorisieren.
- Schritt 2: Analyse von Reibungspunkten und Fehlerquellen und Definition von KPIs.
- Schritt 3: Geeignete Inhalte erstellen, etwa Guides, Hinweise oder Automatisierungen.
- Schritt 4: Pilot in einem begrenzten SAP-Szenario ausrollen und Nutzung messen.
- Schritt 5: Inhalte auf weitere Prozesse ausweiten und kontinuierlich anhand der Insights optimieren.
Diese Logik entspricht der allgemeinen Produktpositionierung als Kombination aus Enablement und Messbarkeit, auch wenn die konkrete Projektausgestaltung je nach SAP-Landschaft variiert.
DAP & SAP Enable Now: Nachfolger / Transition
Im SAP-Umfeld wird die Lösung heute auch im Zusammenhang mit SAP Enable Now genannt, weshalb eine klare Einordnung von Nachfolge, Abgrenzung und Übergang wichtig ist.

Kurzantwort: Was ist der Nachfolger?
Der Nachfolger von SAP Enable Now ist aus heutiger SAP-Sicht WalkMe Learning Arc. Diese Lösung wird von SAP als neue Richtung für digitales Lernen und die Weiterverwendung bestehender Enable-Now-Inhalte positioniert. Die DAP ist davon zu unterscheiden: Sie dient primär der In-App-Nutzerführung und digitalen Adoption.
Was ändert sich für Unternehmen?
Für Unternehmen bedeutet das vor allem eine Neuordnung der bisherigen Enablement-Landschaft. Bestehende SAP-Enable-Now-Verträge sollen laut Anbieter bis zum Vertragsende erfüllt werden, zugleich wird ein Übergangspfad in die neue Learning-Welt angekündigt, der eine reibungslose Transition unterstützt. Inhaltlich verschiebt sich der Fokus von klassischer Dokumentations- und Trainingslogik hin zu stärker integrierten, kontextbezogenen Lernerfahrungen. Parallel dazu gewinnt die DAP als operative Adoptionsschicht in Anwendungen an Bedeutung.
SAP Enable Now, WalkMe DAP und WalkMe Learning Arc im Vergleich
Kriterium | SAP Enable Now | Learning Arc | DAP |
|---|---|---|---|
Primärer Fokus | Lerninhalte, Dokumentation, Performance Support | Digitales Lernen im Arbeitskontext | Digitale Adoption in Anwendungen |
Typischer Einsatz | Schulung, Wissensvermittlung, Dokumentation | strukturierte, integrierte Lernerlebnisse | In-App-Guidance, Automation, Insights |
Nähe zu SAP-UI | indirekt bis begleitend | stärker arbeitsnah | direkt in der Anwendung |
Rolle im SAP-Portfolio | bisherige Enablement-Lösung | Nachfolgerichtung für Learning | Lösung für Adoption und Nutzung |
Häufige Fragen: FAQ zu WalkMe SAP
WalkMe ist eine Lösung für digitale Nutzerführung in Anwendungen. Gemeint ist in der Regel die Digital Adoption Platform, die SAP seit der Übernahme des Unternehmens im September 2024 im eigenen Portfolio führt. Sie unterstützt Anwender direkt in der Oberfläche von SAP- und Non-SAP-Systemen mit In-App-Anleitungen, Hinweisen, Automatisierungen und Nutzungsanalysen. Ziel ist, die Einführung neuer Software zu erleichtern, Fehler zu reduzieren und die tatsächliche Nutzung im Arbeitsalltag zu verbessern.
Die Lösung unterstützt Anwender:innen direkt in Software-Oberflächen mit geführten Abläufen, Hinweisen, Automatisierungen und Nutzungsanalysen. Ziel ist, Software schneller, sicherer und wirksamer nutzbar zu machen. Sie unterstützt am Point of need, sprich Nutzer:innen werden nicht aus dem Arbeitsprozess rausgezogen, um sich fehlende Informationen zu beschaffen, sondern werden direkt in das Applikation unterstützt
Ja. SAP hat die Übernahme im September 2024 abgeschlossen. Seitdem ist das Unternehmen Teil des SAP-Konzerns.
Für digitales Lernen verweist die SAP auf WalkMe Learning Arc als Nachfolger bzw. Weiterentwicklung von SAP Enable Now. Neu ist jedoch, dass mit WalkMe Learning Arc KI narrativ eingebunden wurde, sodass das neue WalkMe Learning Arc eine intuitive Erstellung von Systemsimulationen und Web-based Trainings unterstützt. Ergänzend dazu ist WalkMe DAP die direkte Hilfestellung im System.
Typischerweise gibt es im SAP-Umfeld nicht nur ein einziges Lizenzmodell, sondern drei praxisrelevante Ausprägungen: embedded beziehungsweise included Inhalte, produktspezifische Premium-Lizenzen und die übergreifende DAP für mehrere Anwendungen. Auf der SAP-Seite zu SuccessFactors werden genau diese Stufen sichtbar: WalkMe Discovery mit eingebetteten Inhalten, eine Premium-Variante für die jeweilige SAP-Anwendung und die Digital Adoption Platform als umfassendere Lösung über den gesamten Tech-Stack hinweg.
Embedded beziehungsweise Discovery: Dieses Modell ist die einfachste Variante. Hier erhalten Unternehmen vorgefertigte oder auf die jeweilige SAP-Anwendung bezogene Inhalte direkt im Produkt.
Produktspezifisches Premium-Modell: Diese Variante ist umfangreicher und anpassbar, bleibt aber auf eine bestimmte SAP-Lösung zugeschnitten.
Digital Adoption Platform (DAP): Das ist die größte Ausbaustufe. Laut SAP umfasst sie eine einzige Subscription für eine anwendungsübergreifende Nutzung über unbegrenzt viele SAP- und Non-SAP-Anwendungen. Das ist vor allem für Unternehmen interessant, die die Lösung nicht nur in einem HR- oder ERP-Modul, sondern etwa parallel in SuccessFactors, S/4HANA, Ariba und weiteren Drittanwendungen einsetzen wollen.
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Ihre Ansprechpartnerin
Dr. Nadine Weifels