Herausforderungen und Chancen der Industrie in der digitalen Transformation

In diesem Interview diskutieren Experten die aktuellen Herausforderungen und Chancen für die Industrie in der digitalen Transformation. Themen wie ESG-Reporting, S/4HANA-Transformation und die wachsende Bedeutung von Cloud-Lösungen werden ausführlich behandelt, wobei der Fokus auf der Notwendigkeit von Expertenberatung und einer agilen Geschäftstransformation liegt. Die Diskussion bietet einen umfassenden Einblick in die sich entwickelnde Industrielandschaft und die Schlüsselrollen von Innovation und Datenmanagement.

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Industrie, Migration, S/4HANA, SAP, Video

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Convista Sommer-Interview #3 mit Heiko Schmidt und Dr. Thomas Schönemeier, Geschäftsbereichleiter Industrie

Das Convista Sommer-Interview: Geschäftsbereich Industrie mit Dr. Thomas Schönemeier und Heiko Schmidt

im Gespräch mit Thomas Iskra

Convista Sommer-Interview #3 mit Heiko Schmidt und Dr. Thomas Schönemeier, Geschäftsbereichleiter Industrie

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Thomas Schönemeier

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Dr. Thomas Schönemeier

Für das heutige Sommerinterview habe ich gleich zwei Experten an meiner Seite: Dr. Thomas Schönemeier und Heiko Schmidt, beide aus unserem Industriebereich. Thomas Schönemeier wird heute die Perspektive des Mittelstands beleuchten, während Heiko Schmidt einen Blick auf die Großkunden wirft. Unser Gespräch dreht sich um die wichtigsten Aspekte der Industrie und deren Transformation.

Was sind eigentlich so im Moment die Herausforderungen in der Industrie?

Dr. Thomas Schönemeier: Ja, wenn ich das für den Mittelstand beantworten darf: Deutschland hat einen einzigartigen Markt mit vielen herausragenden mittelständischen Unternehmen. Oftmals sind diese Unternehmen noch in Familienbesitz und haben eine lange Tradition. Sie sind Marktführer in vielen Bereichen. Gleichzeitig sind dies Unternehmen, die über die Jahre gewachsen sind, was sich an vielen Stellen zeigt. Sie sind unterschiedlich organisiert, verfügen über unterschiedliche IT-Landschaften und haben keine einheitlichen Prozesse oder Geschäftsmodelle. Das sind sicherlich Herausforderungen, die diese Unternehmen bewältigen müssen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Globalisierung, Lieferkettenprobleme und Personalengpässe.

Und wie sieht es bei den Großkunden, insbesondere in der Chemieindustrie, aus? Gibt es ähnliche oder andere Anforderungen?

Heiko Schmidt: Ja, Thomas hat bereits einige relevante Punkte genannt, die auch auf uns zutreffen. Im Bereich der Chemieindustrie, insbesondere bei Großkonzernen, stehen Themen wie Energie, ESG-Berichterstattung und Fachkräftemangel im Vordergrund. Hierbei handelt es sich um Herausforderungen, die eine gewisse Dynamik mit sich bringen, sei es aus strategischen Gründen oder aus Zwängen. Andererseits erfordern diese Herausforderungen Innovationen, sei es auf technischer Ebene oder hinsichtlich neuer Geschäftsmodelle. Die globalen Lieferketten und Märkte haben sich verändert, und viele Anforderungen von heute waren vor fünf Jahren noch undenkbar. Dies stellt uns vor eine Vielzahl von Herausforderungen.

Eine große Herausforderung ist, glaube ich, auch eine Jahreszahl, die immer jetzt im Moment über den Köpfen der Industrie und den meisten anderen Branchen schwebt, nämlich 2025, ESG-Reporting.

Dr. Thomas Schönemeier: Genau. Ja, das ist sicherlich eine Herausforderung und ich glaube, da werden auch nicht alle unbedingt Lösungen haben. Also vor allem die mittelständischen Unternehmen werden sich da noch an der einen oder anderen Stelle schwer tun, aber sie müssen Lösungen haben. Die ersten werden wahrscheinlich etwas einfacher gestrickt sein und ich denke, dass in den weiteren größeren Transformationsprojekten auch dieses ESG-Reporting damit in den Standort dann übernommen ist bei den Kunden.

Und bei dem ESG-Reporting, das ist ja relativ schwierig für manche Firmen, für die Firmen einfach jetzt mal so umzusetzen in der kurzen Zeit. Dafür braucht man Experten, dafür braucht man euch zum Beispiel.

Dr. Thomas Schönemeier: Genau, das ist richtig. Das ist eine Expertise, die wir eben mitbringen. Wir beraten eben auch fachlich. Wir schauen, was es ein angemessenes Vorgehen. Das hat viel sicherlich mit den Anforderungen an das spezielle Unternehmen zu tun. Das hat was mit der Produktvielfalt, der Fertigungstiefe zu tun. Und dann in dem nächsten Schritt entwickeln wir dazu dann eine entsprechende angemessene Lösung, die dann dieses Reporting sicherstellt, die aber auch die Kunden dabei unterstützt, eben entsprechende Daten auch beizuschaffen, die sie eben aus verschiedensten Quellen dafür auch brauchen.

Und die Probleme sind wahrscheinlich weltweit die gleichen.

Heiko Schmidt: Es sind weltweit die gleichen und auch da kommen wir wieder die gute alte IT zum Tragen. Wir brauchen Funktionalitäten, wir brauchen aber auch eine Basis, wir brauchen Daten, wir brauchen die Mengen und Werteflüsse und das muss konsistent dargestellt werden und jetzt mit neuen zusätzlichen Funktionalitäten abgebildet werden. Aber am Ende des Tages ist das ja auch wieder in Anführungsstrichen nur die Abbildung des Geschäfts, was wir heute schon auch in den Systemen mit unseren Kunden zusammen umsetzen.

Basis ist vielleicht auch so ein schönes Stichwort. Viele Unternehmen jetzt S/4HANA-Transformationen von alten Systemen in die neue Welt, gibt es ja 2025, 2027, schwebt jetzt so rum, dass der Support von den alten Systemen endet. Stellt das die Industrie auch vor Herausforderungen?

Dr. Thomas Schönemeier: Da sind große Projekte, die die Kunden dann da vor sich haben und wir sind ja solch ein Partner, der ja gerade solche Unternehmen bei so Gesamttransformationen begleitet. Wir warnen immer davor zu sagen, dass es ein reines IT-Projekt ist. Das ist natürlich unter Umständen wirklich durch das Ende der Wartung getriggert. Aber wenn diese Unternehmen in dieser Herausforderung sind, die ich gerade eben am Anfang geschildert habe, dann haben sie mehr zu tun, als nur ein neues IT-System einzuführen. Und da weisen wir immer darauf hin, dass wir sagen, diese S/4HANA-Transformations-Projekte, das sind Business-Projekte und sollten auch als solche im Unternehmen auch aufgesetzt und organisiert werden. Und ein ERP/SAP-System liefert keine Standards. Natürlich sind da Standards drin, aber sie sagen der Organisation nicht, wie sie zu funktionieren hat. Also da ist noch vorher etwas zu tun und dann kann ich das auf einem System abbilden, was mir eine Möglichkeit gibt, dann wirklich standardisierte End-to-End-Prozesse zu haben.

Ich kann mir vorstellen, dass gerade so in großen Konzernen jahrelang gewachsene Prozesse in den Schubladen liegen, wird man versuchen, die dann in S/4HANA 1 zu 1 abzubilden? Das ist jetzt natürlich eine rhetorische Frage. Aber wie geht man da so ran?

Heiko Schmidt: Ich denke, das ist sehr komplex an der Stelle. Erstens die Prozesse, die man in der Schublade liegen hat, die sind ja per se alt. Ich habe eingangs gesagt, dass sich der Markt massiv ändert. Und da braucht man neue und zukunftsfähige Prozesse für. Das ist das eine. Ich glaube, Prozessoptimierung im Rahmen dieser ganzen Herausforderungen, die ich eingangs aufzählte, ist ein riesen Thema. Und wir müssen ja auch zukunftsfähig sein für neue Geschäftsmodelle, für neue Techniken, für weitere Herausforderungen, die wir heute noch gar nicht absehen können. Also von daher ist das sehr komplex. Und neben dem Hinweis, dass es ein Business-Projekt sein muss, ist mir halt wichtig, dass es ein Fokus in dem jeweiligen Unternehmen groß klein sein muss, dass es Rahmenbedingungen hat. Neben der puren Technik und den Prozessen ist Change ganz weit vorne. Bei uns wird das People Enablement genannt. Sind Stammdaten ganz weit vorne. Wir sprachen mal im ESG-Reporting darüber. Daten, das Gold von morgen, das sind Sachen, die sich geändert haben. Und last but not least, die Technik, die Prozesse entwickeln sich weiter. Das heißt, wir brauchen Integrationsplattformen und wir brauchen damit auch Plattformen für zukünftige Innovationen.

Dr. Thomas Schönemeier: Und wenn ich das noch ergänzen darf, das hat die Rolle von uns als Berater auch sehr stark verändert in den letzten Jahren. Also viele Kunden kommen aus einem sehr stark verbauten ERP-System, weil man alle Möglichkeiten genutzt hat, diese ganzen individuellen Prozesse alle abzubilden und hat dann bitter lernen müssen, dass das alles nicht wartbar ist und funktioniert. Und wir haben dann sehr früh für uns dann daraus natürlich abgeleitet, dass wir eine viel viel stärker führende Rolle in diesem Prozess haben. Wir müssen dem Kunden entlang dieses Prozesses mitnehmen, ihm den Rahmen auch zeigen, der sicherlich durch so ein System vorgegeben wird und eher dann die Diskussion führen kann. Ich kann das in diesem Rahmen nicht auch abbilden. Und warum ist dieser eine Prozess denn wirklich so anders, wie man den in der Vergangenheit gemacht hat? Und das sind Themen, da spielt Change eine ganz wichtige Rolle, die wir dann eben auch mit einbringen müssen und wo unsere Rolle als Berater neben der technologischen Kompetenz, die wir haben, auch die Herausforderung oder die Anforderung haben, dort auch den Kunden ein Stück weit zu führen.

Es ist ja wahrscheinlich auch so, ihr habt die Erfahrung von verschiedenen anderen Kunden, die ihr mitnehmt und das lässt sie wahrscheinlich nicht eins zu eins auf neue Kunden übertragen, aber man hat wenigstens schon mal so einen kleinen Werkzeugkasten dabei um dort dann halt zu beraten.

Heiko Schmidt: Ja, meine Erfahrung neben Know-Hows sind sicherlich zwei ganz wichtige Standbeine. Was ich noch hervorheben möchte an der Stelle ist halt, dieses Motto des Business Projektes zu folgen. Wir müssen bei den ganzen Entscheidungen immer wieder den Business Nutzen nach vorne stellen. Also die Capabilities des Geschäftsmodells muss unterstützt werden. Das ist das, wo wir die Unternehmen partnerschaftlich hinbegleiten wollen und unterstützen können.

Abschließende Frage, Cloud und Industrie. Passt das oder ist das eher ein Widerspruch?

Dr. Thomas Schönemeier: Nein, also ich glaube, das hat ja verschiedene Dimensionen. Das eine ist mal ganz simple gesagt, man muss ja schauen, wo sich die ganzen Software-Hersteller hinbewegen. Da ist ja ein ganz klarer Trend in die Cloud schon seit langem eigentlich zu erkennen. Viele Funktionen oder Programmsysteme gibt es nur noch als Cloud, als Software-as-a-Service-Lösung. Das heißt, da haben an vielen Stellen die Kunden eigentlich keine Auswahl. Fühlen sich damit manchmal auch durchaus gegängelt, weil es doch immer noch Widerstände bei kleineren Unternehmen auch durchaus da sind. Auf der anderen Seite sehen wir eben sehr, sehr viele Chancen auch für die Unternehmen, also gerade auch unter dem Aspekt. Zu was bin ich denn eigentlich als Unternehmen in der Lage? Also welche komplexe IT-Landschaft kann ich denn eigentlich selber noch managen? Und ich glaube, da sind Cloud-Services nicht nur aus der kommerziellen Sicht, sondern aus dieser Sicht Fachkräftemangel und so weiter, schon ein guter Weg für die Industrieunternehmen.

Heiko Schmidt: Ja, kann ich nur ergänzen. Stimm ich zu. Ich glaube, perspektivisch ist das unausweichlich. Und es hat sich ja auch geändert. Diese im Markt zum Teil noch vorhandenen Ressentiments und Ängste, da gibt es heute gute Argumente dagegen. Das Ganze hat sich weiterentwickelt. Und meiner Meinung nach ist für uns alle wichtig, dass wir agil bleiben, dass wir innovativ werden können und noch agiler werden. Und da ist die Basis ganz klar die Cloud und die Entwicklung wird an der Stelle massiv weiterhin dort hingehen. Und auch die Funktionalitäten haben sich ja massiv gesteigert. Das muss man ja auch zur Kenntnis nehmen. Die Integrationen sind da, die Funktionalität kommt. Also das ist der richtige Weg. Sehr schönes Schlusswort. Heiko, Thomas, vielen Dank für euer Gespräch, für eure Zeit. Wenn Sie weitere Informationen zu diesen ganzen Themen haben wollen oder auch direkt Kontakt zu Heiko oder Thomas aufnehmen wollen, die finden Sie bei uns auf der Webseite. Dort gibt es ein Kontaktformular und dort finden Sie alles weitere zu den Themen. Danke.

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