Was ist SAP Digital Manufacturing Execution (DMe)?
Auf dem Shopfloor entscheidet sich, ob ein Auftrag pünktlich und in der geforderten Qualität fertig wird. DMe übersetzt die Vorgaben aus dem ERP in konkrete Arbeitsschritte und führt den Werker durch jeden Vorgang. Gutmenge, Ausschuss und Prüfergebnisse erfasst das System direkt an der Anlage. Der Artikel zeigt, wie DMe Abweichungen früh sichtbar macht und die Rückverfolgbarkeit über die Produktgenealogie sichert.
Was ist SAP DMe?
Der häufig genutzte Name Digital Manufacturing Execution bezeichnet den Ausführungsbereich von SAP Digital Manufacturing. Die offizielle Produktbezeichnung lautet SAP Digital Manufacturing for execution, kurz DMe. Die cloudbasierte Lösung übernimmt typische Aufgaben eines Manufacturing Execution Systems (MES). Sie verwaltet, überwacht und dokumentiert Abläufe unmittelbar auf dem Shopfloor.
DMe richtet sich an Produktionsleiter, Werker, Qualitätsverantwortliche, Instandhalter und Fertigungsplaner. Die Lösung unterstützt diskrete Fertigung, Prozessfertigung, repetitive Szenarien und Serviceprozesse innerhalb einer Anwendung. Damit eignet sie sich beispielsweise für Montagewerke, Serienfertiger und regulierte Produktionsumgebungen.
Ein ERP-System plant Bedarfe, Termine und Produktionsaufträge auf übergeordneter Ebene. DMe setzt diese Vorgaben in ausführbare Arbeitsschritte um. Das System zeigt dem Werker den nächsten Vorgang, erfasst Ergebnisse und meldet den Fortschritt zurück. Es ersetzt somit nicht die langfristige Material- und Produktionsplanung. Seine Aufgabe beginnt dort, wo ein Auftrag auf dem Shopfloor tatsächlich bearbeitet wird.
SAP DMe: Einordnung in die SAP-Architektur
SAP Digital Manufacturing läuft in der Cloud auf der SAP Business Technology Platform. Als Verbindungsschicht steht die Lösung zwischen den ERP-Prozessen und der Maschinenebene. SAP S/4HANA oder ein angebundenes SAP-ERP-System liefern unter anderem Materialstammdaten, Stücklisten, Arbeitspläne und Produktionsaufträge. DMe gibt Mengen, Ausschuss, verbrauchte Komponenten und Statusinformationen zurück. Dadurch bleiben Planung und Ausführung aufeinander abgestimmt.
Voraussetzung sind konsistente Schlüssel, Einheiten und Versionen in den beteiligten Systemen. Stimmen Materialnummern oder Arbeitspläne nicht überein, entstehen Fehler bereits beim Auftragsdownload. Die technische Integration allein löst solche Datenprobleme nicht. Deshalb gehören Stammdatenverantwortung, Fehlermonitoring und geregelte Änderungsprozesse immer zum Einführungskonzept.
Maschinen, Anlagen und lokale Shopfloor-Systeme lassen sich über den Production Connector an SAP Digital Manufacturing anbinden. SAP Digital Manufacturing kann darüber Maschinendaten abrufen und Produktionsprozesse ausführen. Für zeitkritische oder ausfallsensible Abläufe bietet SAP außerdem Edge-Funktionen. Der konkrete Datenfluss muss zur vorhandenen Automatisierungsarchitektur passen.
SAP Manufacturing Execution und SAP Manufacturing Integration and Intelligence laufen aus. SAP unterstützt Kunden beim Übergang zu SAP Digital Manufacturing. Version 15.5 ist laut SAP die letzte Veröffentlichung beider Produkte. Bestehende Installationen werden dadurch jedoch nicht automatisch außer Betrieb genommen. Die Dokumentation berücksichtigt weiterhin Integrations- und Übergangsszenarien. Eine Umstellung erfordert daher eine Prüfung der vorhandenen Eigenentwicklungen, Schnittstellen und Shopfloor-Prozesse.
Funktionen von SAP DMe
Im Mittelpunkt steht die Bearbeitung von Produktions- und Prozessaufträgen. Das Production Operator Dashboard, kurz POD, stellt Arbeitsvorräte, Vorgänge und benötigte Informationen rollenbezogen bereit. Ein Werker startet einen Vorgang, entnimmt Komponenten, erfasst Gutmenge oder Ausschuss und schließt den Arbeitsschritt ab. Der aktuelle Auftragsstatus bleibt für die Produktionsleitung sichtbar.
Digitale Arbeitsanweisungen ergänzen diesen Ablauf. Sie können Texte, Bilder, Zeichnungen, Dateien, Links oder dreidimensionale Darstellungen enthalten. Die Zuordnung erfolgt beispielsweise zu Material, Auftrag, Arbeitsplan, Vorgang oder Ressource. Damit erhält der Werker genau die Anleitung, die im jeweiligen Fertigungsschritt gilt.
Die Datenerfassung verarbeitet manuelle Eingaben und automatisch gelieferte Werte. Messgrößen lassen sich mit Grenzwerten versehen und einer konkreten SFC (Shop Floor Control Unit) zuordnen. So entsteht aus einem Temperaturwert, Drehmoment oder Prüfergebnis eine Information mit Bezug zu Auftrag, Ressource und Zeitpunkt. Qualitätsmerkmale aus dem ERP können im Arbeitsablauf geprüft und Ergebnisse zurückgemeldet werden.
Bei Abweichungen lassen sich Nichtkonformitäten erfassen, bearbeiten und verfolgen. Codes beschreiben Fehlerart oder Ursache und können Folgeaktionen auslösen. Ergänzend dokumentiert das System Produktionsereignisse, Materialverbrauch, Werkzeugnutzung und elektronische Signaturen. Die Produktgenealogie zeigt, welche Komponenten in ein Erzeugnis eingeflossen sind. Sie unterstützt damit Rückverfolgbarkeit, Ursachenprüfung und Nachweispflichten.
Maschinendaten liefern zudem Hinweise auf Zustände und ungeplante Unterbrechungen. DMe verbindet diese Signale mit dem Fertigungskontext. Produktionsleiter sehen deshalb nicht nur, dass eine Anlage steht, sondern auch, welche Aufträge und Mengen betroffen sind. Je nach Konfiguration können Prozesse für Störungsmeldung, Abweichungsbearbeitung oder Instandhaltung angestoßen werden.
Was sind die Vorteile on SAP DMe?
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Dennis Dünnweg
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