10.10.22

Im Wandel: Unternehmensberatungen in der Versicherungswirtschaft

Wie begegnet die ConVista-Gruppe den neuen Anforderungen im Versicherungsbereich? Martin Hinz und Hans-Peter Holl, beide maßgeblich verantwortlich für den Bereich Versicherungen, geben darauf eine Antwort.

Neue Technologien, regulatorische Vorgaben und Wettbewerbsdruck verändern die Spielregeln in der Versicherungsbranche – mit ihnen wandeln sich die Anforderungen an Beratungshäuser. Martin Hinz, Vorstand der ConVista Consulting AG, sowie Hans-Peter Holl, Vorstand des Geschäftsbereichs Versicherungswirtschaft der enowa AG, sprechen über die Entwicklungen und wie die ConVista-Gruppe diesen begegnet.

 

In den letzten Jahren hat sich in der Versicherungsbranche ein Trend hin zu Standardsoftware etabliert – warum?

Hans-Peter Holl: Die meisten Versicherungshäuser treiben ganz ähnliche Fragestellungen um: Wie können wir die Produktkonfiguration flexibel gestalten, die Time-to-Market beschleunigen und die Stückkosten reduzieren? In den historisch gewachsenen, heterogenen IT-Landschaften lassen sich diese Anforderungen meist nur mit hohem Aufwand umsetzen. Ihre Systeme selbst neu aufzusetzen, davor schrecken viele Versicherer vor allem aus zwei Gründen zurück: Zeit und Geld. Eigenentwicklungen verursachen hohe Kosten und dauern oftmals sehr lange.

Welche Anforderungen stellen Versicherungen in diesem Zusammenhang an ihre Beratungshäuser?

Martin Hinz: Der Hauptgrund, warum Versicherungen externe Berater ins Unternehmen holen, ist deren spezifisches Know-how. Mit dem Trend hin zur Standardsoftware braucht es also zunehmend Berater, die Expertise im Umgang mit den Softwarelösungen haben, bei deren Auswahl unterstützen und die Einführung fachlich, technisch wie auch methodisch begleiten können.

Wie begegnet die ConVista-Gruppe diesen Entwicklungen?

Hinz: Seit Anfang 2021 ist die enowa AG Teil der ConVista-Gruppe. Mit dem Zusammenschluss ergänzen wir unseren Erfahrungsschatz. Wir kennen diverse Standardsoftware am Markt aus verschiedenen IT-Projekten. Wir können Versicherungsunternehmen nun ein Gesamtpaket über alle Sparten – Leben, Komposit, Restschuld sowie GKV/PKV – und die komplette Wertschöpfungskette hinweg bieten.

Holl: Versicherer erhalten bei uns Projekte endtoend aus einer Hand. Ich bezeichne uns deshalb gerne als „Vollsortimenter.“ Wir unterstützen softwareseitig in der Entwicklung, Auswahl, Einführung und Implementierung von IT-Systemen sowie prozessual in der Fachberatung und im Aktuariat. Zudem bieten wir eigene Softwarelösungen, wie die Bestandsführungssysteme Faktor Zehn und ReSy, das Output-Management-System Document Center, den Portfoliotransfer oder KI-gestützte Tools zur Dokumentenanalyse und zum Dokumentenvergleich an.

Kommen wir auf den „Vollsortimenter“ zu sprechen. Welche Vorteile bietet eine Full-Service-Unternehmensberatung den Versicherungsunternehmen?

Holl: Wenn ich an einen Vollsortimenter denke, schießt mir gleich das Bild eines Supermarktes in den Kopf, in dem ich neben Lebensmitteln auch Haushaltswaren und Elektroartikel kaufen kann. Der Vorteil: Ich fahre nur einmal hin, ich muss mich nur einmal an der Kasse anstellen. Ganz ähnlich ist das mit einem Full-Service-Beratungshaus. Der Auftraggeber muss nur ein Vertragskonstrukt aufsetzen, nur ein NDA unterzeichnen lassen und nur einen Dienstleister onboarden. Das spart schlichtweg Zeit und bindet weniger Kapazitäten in der Rechts- wie auch den Fachabteilungen.

Hinz: Und auch im Projektalltag bietet es einige Vorteile. Es sitzen Entwickler, Testmanager, Facharchitekten, Aktuare, Business Analysten und Projektmanager aus einer Unternehmensberatung an einem Tisch. Die kennen sich gut und haben bereits in verschiedenen Projekten zusammengearbeitet, was Abstimmungsschleifen und Reibungspunkte reduziert. Kurzum: Die Zusammenarbeit mit einer Full-Service-Beratung erfordert von Versicherungen viel weniger Management sowie Kommunikation – sie sparen Zeit, die sie für ihr Kerngeschäft nutzen können.

Werfen wir noch einen Blick auf die Auswahl von IT-Systemen. Mit eigenen Lösungen in der ConVista-Familie, wie dem Bestandssystem Faktor Zehn, und zahlreichen Projekten der ConVista Consulting im SAP-Umfeld – wie unabhängig kann da die Beratung sein?

Holl: Wir beraten nach wie vor herstellerneutral. Die entscheidende Frage ist für uns immer, was passt zum Versicherer? Faktor Zehn ist sicherlich ein Bestandsführungssystem, das für viele Versicherungshäuser sehr gut funktioniert – bei rund 20 Versicherern ist es bereits im Einsatz. Aber es gibt eben auch Häuser, die sich, aus ganz unterschiedlichen Gründen, für ein anderes System entscheiden und die wir genauso gut und gerne mit unserem Fach- und IT-Know-how begleiten.

Hinz: Das gilt auch für die SAP-Komponenten. In den Bereichen Accounting, Unternehmenssteuerung, Zahlungsverkehr und Financial Asset Management mag SAP zu den Besten am Markt gehören – in anderen Bereichen sind andere Hersteller die Vorreiter. Wenn ich einem Versicherer eine Standardsoftware empfehle, dann muss ich selbst davon überzeugt sein, dass diese Software die bestgeeignete für die Aufgabenstellung ist. Wir sind keine Verkäufer, weder von Gebrauchtwagen noch von Softwarelizenzen. Wir sind Überzeugungstäter.

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